BIG FANTASY Turningpoint To Good (1992)

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01) Stage >>>>>
Autumn:
02) / a) Stormfront
03) / b) A Wide Field >>>>>
04) / c) Later In A Better World
05) / d) The Last Train
06) / e) Hands >>>>>
07) Think On The Heros >>>>>
08) The Rightly Do >>>>>
09) Grey >>>>>
10) Moment + - >>>>>
11) The Red Roses Of Marrakech >>>>> RR >>>>>)
12) War In Yourself >>>>>
13) Entry
14) Welcome In the Paradise >>>>>




All songs written and published by Höll / Hassard
Recorded July 1990 - Jun 1992
at BF Studios Elxleben and Dornheim / Germany

Technical arranges, special effects and recording:
Jens Geerken
Technical assistent: Andre' Dietrich

Design: Mario Höll
Fotos: Höll/Hassard
Remastering: Mario Höll
Text translation: Thomas Schrinner

Special thanks on: Family Oelschner
and Family Höll for their Comfort and
Jens Geerken & Andre' Dietrich for their transport
Thomas Schrinner for translation

Remastered and Re-Designed by Mario Höll, 2012

BIG FANTASY:

Mario Höll: Vocals, Synthesizers, Drums, Mandolin, Flute

Mario Hassard: Vocals, Synthesizers, Drums, Effects


Mario Höll über "TURNINGPOINT TO GOOD"

Dem Konzeptalbum ging wieder eine sehr intensive Planung voraus. Alles sollte ineinander übergehen, so daß alles wirkt wie ein einziges Stück. Der elektronisch generierte Zug, der immer wieder auftaucht, soll eine Reise vom Chaos ins Paradies symbolisieren, entsprechend wechseln Ruhe und extreme Anspannung einander ab, ganz so, wie ich es bei den frühen Pink Floyd gehört hatte, nur eben auf meine Art umgesetzt. Was leider immer noch zu kurz kommt, ist das rhythmische Element, ich denke heute, es hätten ein paar "normale" Songs darauf sein können. Man muß alles als ein einheitliches Ganzes betrachten, und nur wer bis zum Ende ausharrt, gelangt ins Paradies. Beim Stück "Entry" gelangte selbst Jens Geerken an seine nervlichen Grenzen und weigerte sich, das Stück noch einmal aufzunehmen, es war die letzte Aufnahme, die er gemacht hat, er zog dann weg und ich war in technischer Hinsicht auf mich allein gestellt. Ich hätte einiges noch einmal aufgenommen, wenn ich damals die Möglichkeit gehabt hätte, und so sind halt ein paar Fehler dringeblieben, die jedoch dem, der es nicht weiß, wohl nicht auffallen werden bei der Effektflut, die in das Album eingebaut ist. "Later..." und "Welcome In The Paradise" und von Mario Hassard "Think On The Heros" und "The Red Roses Of Marrakesh" sind meiner Meinung nach die besseren Sachen auf dem Album, ansonsten gilt: Augen zu und durch!


20 Jahre danach (2012):

Nach dem ersten Versuch in Sachen vom Synthesizer erzeugte Musik auf "A Wide Field", ging es 1992 an das erste richtige Konzeptwerk "Turningpoint To Good". Ein weiteres Gerät wurde gekauft - ein Kawai K4 - ein Synthesizer, der mittels eines gut klingenden Tiefpaßfilters erstmals auch analog klingende Töne hervorbrachte. Das wertete das Klangkonstrukt, bestehend aus Flächen, Gitarrenimitaten und simulierten Naturgeräuschen ungemein auf. Jens Geerken († 2003) saß wieder an der Tontechnik und sorgte dafür, daß nichts rauschte und alles recht stimmig auf die Kassette kam. Die Aufnahmen erstreckten sich über drei Teile, da hier schon ein gewisser Aufwand betrieben wurde. Das thematische, was sich auf den ersten beiden Alben schon angedeutet hatte, wurde hier zur Vollendung gebracht, diesmal war es also nicht nur ein Themen- sondern ein richtiges Konzeptalbum, welches sich Mithilfe der Metapher eines fahrenden Zuges mit der biblischen Apokalypse beschäftigte. Die Musik selbst ist sehr avantgardistisch und - auch wenn man das nicht direkt hört - von Pink Floyd und Phillip Boa (eine sonderbare Mischung!) beeinflußt. Mario Hassard hatte hier seine kreative Hochphase und so entstand einzigartige Musik, die es so wohl nirgends anders geben kann. Der Mangel an "echten" Instrumenten bewirkte eine Herangehensweise an den Synthesizer, wie er nur durch diese Arbeitsweise entstehen konnte. Da entstanden nicht nur Gitarren, Klaviere und Bläser sondern komplette Geräuschkulissen im Synthesizer. Der Sequenzer wurde hier ausschließlich als Bandmaschinenersatz eingesetzt, während die Bandmaschine wiederum nur für Echoeffekte eingesetzt wurde. Da gab es keinerlei Sequenzen – alles ist hier tatsächlich Handarbeit, auch das Schlagzeug, welches auf der Synthesizertastatur "eingetrommelt" wurde. Die gesamte Klangästhetik wurde also allein durch die beiden Synthesizer K1 und K4 geprägt. Auch hier störte es nicht, daß die Prozessoren der beiden 16-stimmigen Geräte ständig an den Leistungsgrenzen waren, was wiederum interessante Effekte erzeugte. Alle Stücke gingen ineinander über und bildeten ein einstündiges apokalyptisches Hörerlebnis, welches nicht leicht zu konsumieren ist. Die Musik ist stellenweise so schweißtreibend, daß sich Jens Geerken an den Reglern weigerte, das Finale nochmal aufzunehmen. So kam es, daß manche Stücke nur ein einziges Mal aufgenommen wurden - ohne zu proben, versteht sich. Jens übersetzte auch die Texte vom Deutschen ins Englische, und da Pünktlichkeit nicht zu seinen Tugenden zählte, brachte er die Texte oft erst zu den Aufnahmen mit. Wir mußten sie dann live vom Blatt ablesen, während wir sangen - auch hier ohne Probedurchläufe. Die streckenweise freie Improvisation, das schlecht verständliche Englisch und das hohe Produktionstempo von drei Tagen, trugen nicht unwesentlich zum einzigartigen Ergebnis bei. Die Texte hatte ich bereits längere Zeit zuvor geschrieben. Meine damalige Arbeit in der Produktion einer chaotischen Getränkefirma hatte mich vollends von der Sinnlosigkeit dieses Weltsystems überzeugt und die Beschäftigung mit der Bibel zeigte mir eine völlig andere Welt. Mir war nur eines klar: Diese Sinnlosigkeit mußte aufhören - und so ward auch das musikalische Konzept geboren, diese ständige Steigerung hin zu einem grandiosen, bombastischen und lärmenden Finale, in dem alles zusammenstürzt. Am Schluß zwitschern nur noch die Vögel und ein Bächlein rauscht (alles elektronisch natürlich). Der Hörer, der es bis hierhin geschafft hat, wird so etwas versöhnt, dafür hat er auch einiges erdulden müssen. Am Ende steht ein sehr an Metaphern reiches, spannendes Hörerlebnis, welches schon deutlich die späteren Werke von BF vorausschattet. Auch an der optischen Seite wurde gefeilt, so entstand das legendäre "BF-Muster" (schwarz mit weißem Geflecht), in das wir uns komplett einhüllten. Bei einer Fotosession z. B. staunten Wanderer nicht schlecht, Mario Hassard auf einem Berg komplett in Schlafanzug und mit Fliegermütze anzutreffen. Nach einer Menge dieser Fotosessions mit Torsten A. Harnos († 2011) merkten wir, daß wir soweit waren, das ganze Konzept auf die Bühne zu bringen - aber das ist eine andere Geschichte zu einem weiteren Album, welches noch im selben Jahr erschien - die erzähle ich beim nächsten Mal.



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