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Im Jahr 2021


2020 und was vielleicht folgt >>>>>

Vor zehn Jahren: Zehn wirklich gute Lieder
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Ich bin da - Ein kulturelles Erlebnis von neulich
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2020: Was für ein Jahr! Da hat sich vieles rasant verändert und wieder geht es einen großen Schritt in eine Zukunftswelt, in der Sience Ficton keine Fiktion mehr ist, hin zu Ereignissen, die es bis jetzt nur im Kino gab. Was hat Kultur (nichts anderes wird ja auf dieser Seite versucht) besonders jetzt für einen Stellenwert? Natürlich wird wieder einmal deutlich, daß es Wichtigeres gibt wie in jeder schweren Krise. Nach diesem Jahr wird dadurch sicher aber auch deutlicher, was dem Menschen eigentlich unter anderem fehlt:

(siehe auch den Text unten >>>>>)
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An dieser Stelle ein paar Worte, was das alles speziell für mich (also Balsamfieber) bedeutet. Zunächst war Anfang des Jahres das
Album "Voces" fertig, was irgendwie gewisse Themen voraus ahnte (hier alles zum Album >>>>>). In der Krise ging das natürlich unter, wie so vieles bis zur Bedeutungslosigkeit. Live-Auftritte waren plötzlich nicht mehr möglich, was die Musikszene eigentlich wieder mehr auf Tonträger aufmerksam machen müßte.
Aber so ist es nicht, Musik kommuniziert heutzutage eigentlich nur noch live. Und so war es auch mein weiteres Bestreben, Auftritte zu planen, was in den letzten paar Jahren nicht umzusetzen war. Derzeit arbeite ich aber mit einem Liedermacher zusammen, weil der Gitarre spielt. Da ist es das Ziel, sich gegenseitig zu vertonen, da ich kein reines Solokonzert (ich allein am Synthesizer?!) geben möchte.
Für mich ist das im Moment eine interessante Erfahrung, mal woanders mitzuspielen, ich hatte gar nicht gedacht, daß sowas mal möglich sein würde. Und gerade jetzt ist es so ungewiß, ob es in absehbarer Zeit überhaupt sowas wie ein normales Konzert geben wird. Trotzdem wird weiter Musik produziert - natürlich, schließlich geht das auch zuhause. Aufhören ist also im Moment noch kein Thema.
Einige
Videos sind wieder entstanden, bisher ungesehenes Live-Material gibt es noch zuhauf (zu sehen wie immer hier: >>>>>). Und wie es scheint, wird das große Archiv-Projekt eine Fortsetzung finden, dafür entsteht immer automatisch Material, z.B. das von einigen Sessions mit Matthias Kallenberger im vergangenen Jahr. Zwischendurch arbeite ich an neuem Material, verschiedene Experimente dazu laufen bereits. Aber es steht alles noch auf Anfang.
Sollte das ein 13. Album werden?




Vor 10 Jahren im Juli erschien eine ganz besondere Platte, sie nimmt im gesamten Katalog eine Sonderstellung ein, nicht nur, weil sie mal wieder unter anderem Namen entstand und scheinbar von einer neuen Band. Angefangen hat das Projekt "Die Gebrüder Zwerchfell" 1998, bei der Neuaufnahme einiger älterer Stücke von BF. Zwischendurch aus Spaß sang ich mal ein Lied in Deutsch und dazu in Mundart. Plötzlich klang das fast wie Schlager und die Figur hinter dem Mikrophon verwandelte sich in eine völlig andere Persönlichkeit. Dazu kam, daß mir einige Leute sagten, die BF-Musik wäre zu traurig, es fehlen typische Lieder und wenn, sind sie viel zu lang, dazu die komischen schrägen Töne und der Anspruch, daß das auch noch Kunst sein soll. Natürlich war mir bewußt, daß ich weder Covermusik noch Kommerz machen wollte und das, was tausende Musiker machen, mir einfach oft zu gewöhnlich und verwechselbar ist und wozu das alles auch noch kopieren? Dennoch reizte mich der Gedanke, einmal etwas völlig anderes zu machen, schon um mir selbst zu beweisen, daß auch "normale" Lieder machbar sind. Natürlich sollten sie nicht normal werden sondern einzigartig. So entstanden nach und nach zehn Lieder und gleich noch ihre Interpreten dazu. Und tatsächlich: Es war eine völlig andere Welt in der Dinge möglich waren, die bei Balsamfieber einfach nicht gepaßt hätten. Schon diese zwei Typen mit ihrer Mutter, die immer von diesem kauzigen Reporter begleitet werden. Das ist schon auch etwas Klamauk aber vielschichtiger und mit sozialkritischem Anspruch. Zu guter Letzt konnte ich gar noch Eroc dazu gewinnen, der hier nicht nur den weltbesten Klang gezaubert hat, sondern auch mit trommelte und am Schluß gar noch das letzte Wort hat. Alles in allem entstand so eine Platte mit Alleinstellungsmerkmal, die so polarisiert, das bis heute nicht klar ist, ob das nun entweder völlig daneben oder genial ist.
Ich weiß es jedenfalls nicht und auch Eroc nicht.
Das Video vom Opener ist hier zu sehen: >>>>>
Reinhören in das Album nebst anderen hörenswerten Tonereignissen geht hier: >>>>>. Generell eintauchen in die Zwerchfell-Welt geht hier entlang: >>>>>.





Ich bin da - Ein aktuelles kulturelles Erlebnis

Es war noch vor der Coronazeit, Anfang September an einem warmen Abend. Das ganze Jahr schon hatte ich mich gefreut und auf diesen Abend vorbereitet, wie immer alle Lieder noch einmal gehört und darauf gehofft, das nichts dem besonderen Ereignis im Wege stehen möge. Lange im Voraus war dieses Solokonzert angekündigt worden. "Ein Abend mit ." klang eigentlich nicht besonders innovativ. Dazu kam noch der Umstand, daß der Musiker - sonst als Teil einer berühmten Gruppe - nur gelegentlich sang und eigentlich eher der Mann im Hintergrund war. "Solo" klang auch wie "etwas abgespeckt" oder "reduziert". Vielleicht gerade deshalb, weil Kultur zudem in den letzten Jahren mit viel Bombast schon etwas Inflationäres hatte. Vor allem aber, weil er in meiner Nähe auftrat, entschloß ich mich hinzugehen. Wie immer interessierte mich neben der Auswahl der Stücke Aufmachung, Ambiente, Mimik und Gestik des Künstlers in seiner Gesamtheit. Deshalb war ich auch hier schon weit vor dem Einlaß da und versuchte bis vor zur Bühne zu kommen.
Dann wurde das Open-Air-Gelände geöffnet und das massive Tor gab den Blick auf eine der Bühnen frei, wohin auch gleich etliche Leute strömten, die wohl ähnlich dachten wie ich.
Diese Bühne war völlig leer bis auf einen einzigen Menschen am Bühnenrand ganz vorn.
Dort saß auf dem Boden mit angezogenen Beinen und aufgestützten Armen der, weshalb heute alle gekommen waren. Es wurde still in Erwartung dessen, was nun kommen sollte und es geschah - nichts.
Vielleicht glaubten Einige, das Schweigen, das nun eintrat gehöre zum Programm, doch als nach Minuten noch immer nichts geschah, mußten auch die Letzten einsehen, daß hier keine Musik spielen würde. Auch waren ja keinerlei Instrumente oder Technik sichtbar. Bald wurde allen klar, daß es hier um die Geste selbst ging, nicht um das Schweigen und die entspannten Blicke des Protagonisten, sondern um sein Dasein allein. Dieses zelebrierte er nicht etwa als neue Kunstform. Bar jeglicher Starallüren gab er sich vielmehr einfach der Menge schweigend hin und machte seine bloße Anwesenheit am Bühnenrand zum Akt selbst.
Vielleicht eine halbe Stunde ging so hin - jedoch, Zeit schien hier aufgehoben - und alle genossen das Beisammensein als großes Erlebnis und sahen sich an. Worte waren hier nicht nur unnötig, sondern wären als störend empfunden worden.
Dann verließ er langsam die Bühne. Nach einer kurzen Pause - es begann schon zu dämmern - hörte man nun doch Musik von der Bühne nebenan; es begann also das angekündigte Konzert, von dem hier nicht weiter die Rede sein soll. Das Publikum bekam das, was es erwartet hatte. Nur langsam gingen die Menschen darauf ein, zu sehr hatte die halbe Stunde des Schweigens berührt. Nach all dem Tumult, der schon als normal geltenden Reizüberflutung und dem Überangebot an multimedialen Ereignissen, den unbegrenzten kulturellen Möglichkeiten, viel zu viel Effekt und wenig Inhalt ohne Herz, war dieses einfache Ritual auf der leeren Bühne das, was schmerzlich vermißt wurde. Zufall oder Vorausahnung: Nicht lange nach diesem Abend sollten gemeinsame Erlebnisse wie dieses für lange Zeit so nicht mehr möglich sein - es war verboten worden. Die Welt hatte sich verändert und gerade das, was an diesem Abend so stark nachhallte, war es was fortan jedem Menschen auf der Welt fehlte, was erst jetzt deutlich bewußt wurde: Das bloße füreinander Dasein, die Begegnung und Berührung, das gemeinsame Schweigen, Mimik, Gestik und die Präsenz des Individuums inmitten der Menge, die Reduktion auf die einzig essentielle Aussage: "Ich bin da".

10. November 2020; Aus dem
Buch "Abenteuer des Nachts"
(Geschichten, die aus Träumen entstanden)
Mehr dazu siehe hier: >>>>>

Mario Höll

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BALSAMFIEBER.

Cosmic,- Earth- & Art-Music

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