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BALSAMFIEBER. Elixier.

Das aktuelle Balsamfieber-Album.


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Das Doppel-Album erscheint am 26. Oktober 2026.

Konzipiert nicht nur als zweieinhalbstündiges Konzert des 1987 gegründeten deutschen Musikprojektes BF (heute unter dem Namen "Balsamfieber" bekannt), ist das Doppel-Album "Elixier" im umfangreichen Schaffen vom Mastermind Mario Höll viel mehr eine Art Referenzwerk.
Enthalten sind nämlich 16 Stücke aus dem fast 40-jährigen Oeuvre, die nicht nur neu aufgenommen wurden, sondern völlig neu interpretiert, teils mit neuen Texten versehen und erstmals von einem 10-köpfigen, internationalen Team von Spezialisten realisiert wurden.
Neben dem Gründer und Produzenten Mario Höll an den Tasteninstrumenten und der Hauptstimme; der Koreanischen Sängerin Jin Mi Jeong; dem Saxophonisten Frank Frai; hatten auch der Bassist Matthias Kallenberger; Gitarrist, Bassist und Co-Produzent Michael Junghannß; Akustik-Gitarrist Jan Rohden und Lead-Gitarrist Johann Eichenseer einen wichtigen Anteil an der Umsetzung in der aufwendigen 6-jährigen Produktionszeit.
Mitgewirkt hatte auch neben Gründungsmitglied Mario Hassard, der kurz vor der Fertigstellung verstorbene Cosmic-Sound-Pionier Ax Struck. Das finale Ergebnis unterstützte dann einer der berühmtesten europäischen Klangmeister: Eroc, der die klangliche Veredelung und Produktion in der natürlichen Stimmung (A=432 Hz) realisierte.
Damit ist garantiert, daß der Mix aus elektronisch-akustischen Songs, mit weltmusikalischen Anteilen, einer Brise Blues, Folk und Prog, etwas mehr sphärischen Improvisationen mit reichlich Soli von Saxo¬phon, E-Gitarre und Synthesizer, eine starke Wirkung hat.
Passend zu der Flasche mit dem Miniaturuniversum auf dem Cover (dieses "Elixier" lag tatsächlich über 100 Jahre unter der Erde), bildet diese einzigartige Mischung, die fast 40 Jahre reifen konnte einen unwiderstehlichen hypnotischen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Das ganze Programm ist außerdem so konzipiert, daß es sich ebenfalls gut in 2er oder 4er Dosierung genießen läßt, denn am Stück ist es ja zweieinhalb Stunden lang.
Durch das Preisgekrönte Mastering von Eroc entsteht noch ein anderer faszinierender Effekt:
Jedes Instrument und jedes noch so winzige Detail läßt sich dank der sehr hohen Transparenz und Dynamik deutlich wahrnehmen und so entdeckt man immer wieder Neues. Trotzdem klingt das alles angenehm warm; in diese Musik läßt man sich gerne fallen und dabei heilen.


Titel / Texte / Reinhören

(>>>>> Texte lesen; RR >>>>> Reinhören, Runterladen)

01) Säroun Bitsulgilrel - Eine neue Lichtung >>>>>
02) Soll doch die Zeit vergehen >>>>>
03) Prisoner >>>>>
04) Afrika E Nabi - Schmetterling in Afrika >>>>>
05) Für die Königin >>>>>
06) Drei Fragen >>>>>
07) Die Musik >>>>>
08) Ise Dan Haruman Gidarira! - So wartet nur einen Tag! >>>>>

09) Weg der Katharsis >>>>>
10) Dora Galgilun Omna? - Kein Weg zurück? >>>>>
11) 150 Minutes >>>>>
12) Der Wanderer >>>>>
13) Höhle der Schwimmer
14) Lunar-Express >>>>>
15) Auf einem Berg >>>>>
16) Boora Ingan Tongtschiril - Siehe, der Mensch regiert >>>>>


• Das Doppelalbum gibt es in folgenden Formaten:

• 2-CD, inklusive 12-seitigem Booklet in transparenter Hülle
• Digital-Album (FLAC-Format, 24 Bit, inklusive 18-seitigem PDF-Booklet, hochaufgelöst)
• Digital-Album (MP3-Format, 320 kbps, inklusive 18-seitigem PDF-Booklet)

• (hier >>>>>) bestellen.

• Die Mitwirkenden am Projekt "Elixier".

Elixier – Artefakte einer Ausgrabung

Im Jahre 2026 wurde bei einer Ausgrabung in Thüringen / Deutschland, neben verschiedenen Knochen, Tonscherben und einen bislang noch unbekanntem Mechanismus, eine Flasche mit einem geheimnisvollen Elixier gefunden.
Nach genauer Analyse der Substanz konnten 16 Artefakte daraus rekonstruiert werden,
die jetzt zu einem zweieinhalbstündigen Ton-Werk und den dazugehörigen Schriften übersetzt und zusammengestellt wurden.
Einem internationalen Team von Multiinstrumentalisten gelang es, das Tonmaterial vollständig und in bester Qualität zu rekonstruieren.

Anmerkungen zu dem gefundenen Textmaterial:

Sämtliche Schriften wurden aus dem koreanischen, deutschen und englischen Urtext übersetzt und liegen hiermit erstmals wie auch das Tonmaterial als vollständiges Werk vor.
Bis auf eine Ausnahme handelt es sich um die Aufzeichnungen eines einzelnen Protagonisten, den wir hier als "Wanderer" bezeichnen wollen, denn bei dem entdeckten Manuskript handelt es sich um Notizen, die er über Jahrzehnte lang während seiner Reisen gemacht hat.


Die Ausführenden:



• Mario Höll:
Produktion, Konzept, Komposition, Text, Gesang, Synthesizer, Sequenzer, Orgel, Mellotron, E-Piano, Querflöte, E-Gitarre (10, 11), Baß (2), Perkussion (2), Mix, Programmierung, Grafik

• Jin Mi Jeong:
Gesang, Stimme, (1-8, 10, 12, 15, 16), Übersetzung ins Koreanische, Komposition (1, 8, 10, 16), Gong

• Frank Frai:
Saxophon

• Michael Junghannß:

E- & A-Gitarren, Baß, Perkussion (4, 5, 7, 8, 9, 12), Gesang (5, 12, 15) / Piano (3), Cembalo (15) / Mundharmonika, Mix, Co-Produktion (3, 5, 7, 9, 12, 15)

• Matthias Kallenberger:
Baß (6, 8, 13, 16), E-Gitarre (6), Zusätzliche Perkussion (2, 5), Elektromagnetische Schwingungen (8, 10, 16)

• Jan Rohden:
Akustik-Gitarre, Pedal-Steel-Giarre., Banjo (2, 4, 7, 12, 13), E-Gitarre (2)

• Johann Eichenseer:
Lead-Gitarre (3, 6, 10, 11, 14, 16), Rekonstruktion (11)

• Ax Struck:
Sequenzer-Programmierung (3, 10, 11), Komposition, Text (3)

• Mario Hassard:
Komposition (2, 4), Gesang (2), Zusätzlicher Gesang (4, 5, 12, 15)

• Eroc:
Mastering, Klangliche Veredelung. Dieses Album wurde produziert in A=432 Hz.


Aufgenommen & gemischt im BF-Studio Dornheim.
Weitere Aufnahmen: Frohsinn Studio Suhl, Lap-Studio Ilmenau, OWN Studios Germany,
Frank Frais Heimstudio, von November 2021 bis Juli 2026.
Gemastert in Erocs Mastering-Ranch, Breckerfeld, Germany im August 2026.
Dieses Album wurde produziert im natürlichen Kammerton A = 432 Hz. Das Elixier "Balsamfieber" wird empfohlen zur Musiktherapie.




Näheres zu den einzelnen Stücken


Säroun Bitsulgilrel (Eine neue Lichtung)

Einst schrieb der Wanderer ein Gedicht über seine Suche nach dem Sinn des Lebens und seiner Art Weltflucht. Mit diesem sehr alten Gedicht, welches er hier nochmals überarbeitet hatte, beginnt er seine Aufzeichnungen im Manuskript.

Eine neue Lichtung wurde erstmals auf dem Album "Tempus" (2015) unter dem Titel
"Eine neue Lichtung" veröffentlicht.
Neuaufnahme im Januar 2022 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Sequenzer, Synthesizer, Mellotron, Gesang, Komposition, Text.
Jin Mi Jeong: Gesang, Übersetzung, Komposition.
Frank Frai: Saxophon.
Michael Junghannß: Gitarren, Baß.



Soll doch die Zeit vergehen


Diese kurze Notiz beschreibt die Gefangenschaft des Wanderers in der "Großen Maschinerie", die einst auch sein Leben bestimmte und die gesamte Menschheit versklavt. Er sinniert über den Lauf der Zeit und hofft, daß diese schnell vergeht und sei es auch auf Kosten seiner Lebenszeit.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Balsamfieber" (2009) veröffentlicht.
Neuaufnahme im Dezember 2021 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Gesang, Baß, Synthesizer, Orgel, Gebläse-Orgel, Regulator, Perkussion, Komposition,
Text, Aufnahmen.
Mario Hassard: Komposition, Gesang.

Jan Rohden: Akustik- & E-Gitarre, Bearbeitung der Rhythmusspur.
Frank Frai: Saxophon.
Matthias Kallenberger: Zusätzliche Perkussion.
Jin Mi Jeong: Zusätzlicher Gesang.



Prisoner
(Gefangener)

Dies ist die einzige Niederschrift eines anderen Autors, die unser Wanderer in seine Aufzeichnungen übernommen hat. Bei dem Text handelt es sich um eine Art Resümee des Lebens eines Weggenossen.

Das Stück wurde erstmals auf dem Doppel-Album "Dong-Ari" (2012) veröffentlicht, nachdem es mehrmals zusammen mit Ax Struck live aufgeführt wurde und stets weiterentwickelt wurde.
Neuaufnahme im Juli 2022 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Gesang, Orgel, Sequenzer, Synthesizer, Querflöte.
Jin Mi Jeong: Stimme, Übersetzung.
Ax Struck: Komposition, Sequenzerprogrammierung, Text.
Frank Frai: Saxophon.
Michael Junghannß: Gitarren, Piano.
Johann Eichenseer: Zusätzliche Lead-Gitarre
.


Afrika E Nabi
(Schmetterling in Afrika)

Einige philosophische Gedanken unseres Dichters über den sogenannten "Schmetterlingseffekt", der besagt, daß sinngemäß der Flügelschlag eines Schmetterlings am anderen Ende der Welt bei uns das Wetter beeinflussen könnte. Theoretisch könnte also ein kleines Ereignis eine große Wirkung haben.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Balsamfieber" (2009) veröffentlicht, nachdem es mehrmals live als Improvisation aufgeführt wurde, stets weiterentwickelt und ein gleichnamiges Video dazu erschien.
Neuaufnahme und veränderter Text im September 2021 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Gesang, Synthesizer, Sequenzer, Piano, Komposition, Text.
Jin Mi Jeong: Gesang, Übersetzung, Gong.
Jan Rohden: Akustik-Gitarre, Pedal-Steel-Gitarre.
Michael Junghannß: Baß, Gitarre, Perkussion.
Frank Frai: Saxophon.
Mario Hassard: Mitwirkung an der Komposition, Gesang.




Für die Königin


Als Forscher, Weltreisender, Komponist und Dichter hatte unser Wanderer auf einer seiner Reisen Gelegenheit, ein Hornissenvolk während eines Jahres (so lange lebt solch ein Volk),
zu beobachten.
In einer Art Dokumentation brachte er seine Erkenntnisse in ein paar Zeilen zum Ausdruck.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Voces" (2020) veröffentlicht.
Neuaufnahme im Januar 2022 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Gesang, Sequenzer, Synthesizer, Komposition, Text, Gesang, Aufnahmen.
Jin Mi Jeong: Übersetzung, Zusätzlicher Gesang.
Frank Frai: Saxophon.
Michael Junghannß: Gitarren, Baß, Perkussion, Zusätzlicher Gesang.
Matthias Kallenberger: Zusätzliche Perkussion, Zusätzliche E-Gitarre.
Mario Hassard: Zusätzlicher Gesang.



Drei Fragen


Dies ist die älteste Schrift unseres Dichters. In drei essentiellen Fragen eines fiktiven Interviews, erzählt er die Geschichte vom Fund des Elixiers und daß dieser Fund nicht nur seine bisherige Welt komplett verändert hat, denn das Elixier offenbarte ihm kurz nach dem Gebrauch seine heilenden Eigenschaften.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Meditations" (1988) veröffentlicht und wurde seit 2007 regelmäßig live improvisiert und bei jedem Mal verändert.
Neuaufnahme im Juli 2022 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Orgel, Sequenzer, Synthesizer, Querflöte, Stimme, Komposition, Text.
Jin Mi Jeong: Stimme, Gong, Kugelschüssel, Übersetzung.
Frank Frai: Saxophon.
Matthias Kallenberger: Baß, E-Gitarre (Rhythmus).
Johann Eichenseer: Lead-Gitarre
, Zusätzliche Gitarren.


Die Musik


Ein weiteres Gedicht unseres Wanderers in dem er während einer seiner Reisen bei Regen in einem nächtlichen Wald befand. Als dann am anderen Morgen die Vögel erwachten, erkannte er, daß diese eine Melodie sangen, die er bereits Jahre zuvor erdacht hatte.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Roots" (1993) als "The Music In My Ear" veröffentlicht. Neuaufnahme im Dezember 2021 im BF-Studio Dornheim. Am 1. April 2021 entstand ein neuer Text in Deutsch.
Mario Höll: Gesang, Orgel, Synthesizer, Komposition, Text, Radio, Aufnahmen.
Michael Junghannß: Akustik-Gitarre, Baß, Perkussion, Mundharmonika, Co-Produktion.
Jan Rohden: Akustik-Gitarre, Banjo, Pedal-Steel Gitarre.
Frank Frai: Saxophon.

Jin Mi Jeong: Zusätzlicher Gesang.


Ise Dan Haruman Gidarira!
(So wartet nur einen Tag!)

Innerhalb weniger Verse (Genesis, Ode, Umherschweifen) beschreibt unser Komponist die Schöpfung der Welt auch akustisch und dokumentiert seine Forschungen beispielhaft anhand der Tatsache, daß alles im Universum prinzipiell in einer Frequenz von 432 Hz schwingt.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Tempus" (2015) als "So wartet nur einen Tag" veröffentlicht, 2014 wurde es erstmals live aufgeführt.
Neuaufnahme im Mai 2022 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Sequenzer, Synthesizer, Querflöte, Komposition, Text, Radio-Aufnahmen
(AM-sync, CW- und LSB-Band).
Jin Mi Jeong: Gesang, Gong, Übersetzung.
Matthias Kallenberger: Baß, Elektromagnetische Schwingungen (per Motor).
Frank Frai: Saxophon.
Michael Junghannß: E-Gitarre
, Perkussion.


Weg der Katharsis


Auf einer seiner Reisen sprach unser Wanderer mit einem seiner zeitweiligen Weggenossen vom Ziel der eigentlichen Reise. Doch beide erkannten schnell, daß jeder seinen eigenen Weg finden muß. Gleichwohl einigte man sich darauf, daß der Weg selbst schon ein gewisses Ziel darstellt.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Voces" (2020) veröffentlicht.
Neuaufnahme im März 2023 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Gesang, Orgel, Mellotron, Sequenzer, Synthesizer, E-Piano, Sampler, Komposition,
Text, Aufnahmen.
Frank Frai: Saxophon.
Michael Junghannß: Gitarren, Baß, Perkussion, Co-Produktion.



Dora Galgilun Omna?
(Kein Weg zurück?)

Unser Forscher bezieht sich hier auf eine Aussage aus alten Schriften über die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies. Diese hielt er in einer Art "Zeitreise" in dokumentarischen Stichpunkten in seinen Aufzeichnungen fest.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Tempus" (2015) als "Kein Weg zurück?" veröffentlicht.
Neuaufnahme im Februar 2023 im BF-Studio Dornheim.
Jin Mi Jeong: Gesang, Gong, Übersetzung, Komposition.
Mario Höll: Orgel, Sequenzer, Synthesizer, Komposition, Text, Aufnahmen.
Ax Struck: Sequenzer-Programmierung.
Johann Eichenseer: Lead-Gitarre
.
Frank Frai: Saxophon.
Matthias Kallenberger: Elektromagnetische Schwingungen (per Motor).


150 Minutes
(150 Minuten)

Dieses Gedicht widmete einst unser Wanderer einem langjährigen Weggenossen. Er bedauerte darin dessen Umkehr und verglich die Lebenszeit eines Menschen wiederum mit einer Aussage aus alten Schriften, nachdem die Lebensspanne eines Menschen vor seinem Schöpfer nur etwa 150 Minuten (1000 Jahre = Tag / 80 Jahre = 150 Minuten) beträgt.

Das Stück wurde erstmals auf dem Doppel-Album "Dong-Ari" (2012) veröffentlicht.
Neuaufnahme im April 2022 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Gesang, E-Gitarre, Sequenzer, Perkussion, Synthesizer, Komposition, Text.
Ax Struck: Sequenzer-Programmierung.
Frank Frai: Saxophon.

Johann Eichenseer: Lead-Gitarre, Zusätzliche Gitarren, Rekonstruktion.
Michael Junghannß: Baß, Zusätzliche E-Gitarre.


Der Wanderer


In diesen kurzen Versen für ein Lied zeichnete unser Wanderer seine Gedanken, Gefühle und Beweggründe zum Sinn und Ziel seiner Reise auf.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Siesta" (1997) veröffentlicht.
Neuaufnahme im Dezember 2021 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Gesang, Orgel, Sequenzer, Synthesizer, Komposition, Text.
Michael Junghannß: Gitarren, Baß, Perkussion, Mundharmonika, Co-Produktion, Zusätzlicher Gesang. Jan Rohden: Akustik-Gitarre, Pedal Steel-Gitarre.
Frank Frai: Saxophon.
Jin Mi Jeong: Zusätzlicher Gesang.
Mario Hassard: Zusätzlicher Gesang.



Höhle der Schwimmer
(Live-Version 20243)

In einer Höhle, die nur vom Meer auszugänglich ist, lauscht unser Forscher einer stetigen Sequenz von Tropfen, die von Stalaktiten herab in einen unterirdischen See fallen.
Die Tropfen bilden eine Art "Leitstrahl" aus der sich eine ständig verändernde Musik-Improvisation ableiten läßt.

Das Stück wurde erstmals 2014 live gespielt. Das ist eine freie Improvisation, welche allein mit zwei Synthesizern und Wassergeräuschen realisiert wurde.
Neuaufnahme im Mai 2023 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Synthesizer, Looper.
Frank Frai: Saxophon.
Matthias Kallenberger: Baß.
Jan Rohden: Pedal-Steel-Gitarre.



Lunar-Express


Einst begab sich unser Reisender innerhalb einer seiner "Klangreisen" auf eine Rundfahrt um das Sinus Iridum, einem großen Krater auf dem Mond. In regelmäßigen "Durchsagen" werden die Mitreisenden über die einzelnen Stationen informiert, zwischen denen so Einiges passiert.

Das Stück wurde erstmals auf der EP "Holiday On The Moon" (1999) veröffentlicht.
Neuaufnahme im Mai 2023 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Sequenzer, Synthesizer, Stimmen-Programmierung, Komposition, Text, Aufnahmen.
Johann Eichenseer: E-Gitarre.
Frank Frai: Saxophon.
Frank Tettenborn: Mitwirkung an der Komposition.


Auf einem Berg


Im Traum führt unser Wanderer seinen Sohn auf einen hohen Berg, von dem herab können die beiden plötzlich die ganze Welt und sich selbst erkennen und hinterfragen.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Under The Sun" (1994) als "A Cap Full Of Sleep" veröffentlicht. Neuaufnahme und neuer Text im November 2021 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Gesang, Sequenzer, Mellotron, Synthesizer, Komposition, Text.
Michael Junghannß: Gitarren, Baß, Cembalo, Perkussion, Gesang, Co-Produktion.
Jin Mi Jeong: Zusätzlicher Gesang.
Frank Frai: Saxophon.
Mario Hassard: Zusätzlicher Gesang.



Boora Ingan Tongtschiril!
(Siehe, der Mensch regiert!)

Von dem hohen Berg herab sieht unser Reisender die ganze Menschheit versammelt obwohl über die ganze Welt verstreut und dann wird ihm plötzlich alles klar. Er drückt dies nur in diesen fünf Zeilen aus. Hiermit enden seine Aufzeichnungen.

Das Stück wurde erstmals auf dem Album "Dong-Ari" (2012)
als "An der Pforte II" veröffentlicht.
Neuaufnahme im November 2021 im BF-Studio Dornheim.
Mario Höll: Querflöte, Sequenzer, Synthesizer, Komposition, Text, Aufnahmen.
Jin Mi Jeong: Gesang, Übersetzung.
Matthias Kallenberger: Baß, Elektromagnetische Schwingungen (per Motor).
Frank Frai: Saxophon.
Johann Eichenseer: E-Gitarre.




Mehr Infos zum Album "Elixier":


Eine Auswahl live spielbarer Stücke aus allen BF-Alben begann im April 2021. Diese mußten bearbeitet werden. So etwas Ähnliches wurde bereits 2017 mit dem Projekt "Live im BF-Studio" begonnen, damals mit dem Ziel, einmal wieder ältere Stücke zu spielen. Aus dieser Produktion dienten einige Stücke als Vorlage für das neue Projekt, bei dem allerdings alles neu aufgenommen wurde.
Schon damals galt es, eine Art Halbplayback zu schaffen (Sequenzer, Drumcomputer, plus ein paar dezente Flächen), um notfalls auch in Minimalbesetzung damit auftreten zu können.
Zu diesem Gerüst aus dem Sequenzer konnte man nun Synthesizer dazu spielen und singen.
Außer "Prisoner" und "150 Minutes" sowie die Stücke, die Jin Mi Jeong in Koreanisch singt, gab es zu den restlichen Stücken neue deutsche Texte.
Die insgesamt 16 neu aufgenommenen Stücke, die so entstanden, brachten es auf eine Gesamtlänge von zweieinhalb Stunden, also die Länge eines Konzertes.
Da das Material genau auf zwei CDs paßt, entstand "so ganz nebenbei" ein Live-Album mit einem kompletten Konzert mit Musik aus über 35 Jahren BF.
Das, was auf den zwei CDs zu hören ist, läßt sich genauso auf die Bühne bringen, weil es modular aufgebaut ist, d.h., man kann Spuren an oder ausschalten, je nachdem wie viele Musiker jeweils live mitspielen.
Die Aufnahmen auf dem Album entstanden zunächst in der Vierer-Besetzung (Sequenzer/Synthesizer, Gesang, Gitarre bzw. Baß und Saxophon).
Da der Saxophonist Frank Frai bereits auf zwei Stücken (Schwarzer, Balsamfieber) mitspielte, nahm er in seinem Heimstudio auch noch das Saxophon für die restlichen 15 Stücke auf, darunter mehrere Improvisationen. Auf eine seit mehreren Jahren aktive Anzeige meldete sich der Bassist / Gitarrist / Produzent Michael Junghannß und bot an, ebenfalls mitzuspielen.
Im Sommer 2023 begannen die Dreharbeiten zu "Säroun Bitsulgilrel - Eine neue Lichtung", ein Stück des Albums, welches quasi live in zwei Durchgängen und erstmals in Bluescreen-Technik gedreht wurde. Das Video zeigt die aktuelle Live-Besetzung von Balsamfieber.
Der Bassist Matthias Kallenberger, der seit etwa 2010 bei etlichen BF-Aktivitäten mitwirkte, sagte ebenfalls zu und spielte einige Bässe und Perkussion-Klänge ein.
Jan Rohden meldete sich als Akustik-Gitarrist, der auch Pedal-Steel-Gitarre und Banjo spielt für einige Stücke und spielte auch live mit.
Nach dem Tod von Ax Struck (Mentor und Komponist einiger Stücke, die innnerhalb seines Nachlaßes von BF übernommen wurden, konnte der Kontakt zu Johann Eichenseer entstehen, der dann gerade die Stücke von Axel Struck retten konnte, weil die nur sehr aufwändig entschlüsselt werden konnten. Außerdem unterstützte er das Projekt bis zur Fertigung der Doppel-CD.
Der Mastering-Meister Eroc förderte das Projekt bereits bei zwei vorherigen Alben, so auch diesmal bei dieser aufwendigen Produktion.
Nach einem neuen Text bei der seit 2006 öfters aufgeführten Improvisation "Drei Fragen" entstand auch die optische Seite des Projekts. Tatsächlich wurde vor einigen Jahren in einer Tiefe von etwa einem Meter bei einer Ausgrabung vor Ort neben Knochen und Scherben eine Flasche mit einer Art Elixier gefunden. Diese Flasche bildete nun das grafische Konzept und das Thema des Projektes. Sechs Jahre mit viel Aufwand vergingen, um das gesamte Material zu rekonstruieren und aufzunehmen.


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Auf diesem Album kamen folgende Instrumente, Klangerzeuger, Geräte, Effekte und Software zum Einsatz:

SYNTHESIZER: Korg Z1, Korg monologue, Korg Monotron, Kawai K5000S, Kawai K4, Kawai K1II

ORGELN: Weltmeister TO-200/53 (Transistor-Orgel von 1978), NI B4 (Software-Nachbildung der Hammond B3), Magnus Electric Chord Organ (Amerikanische Gebläse-Orgel aus den 60er Jahren)

GITARREN: Fender Telecaster, Thinline Telecaster, Fender Stratocaster & Telecaster, Gretsch Rally, Ibanez RG 5440C-PW, Gibson Akustik J45, Gibson Galaxy M52 5G, Yamaha Classical Guitar, Pedal Steel Sho-Bud Pro 1, Banjo-Gitarre (Eigenbau)

BÄSSE: Spector-Bass, Ibanez SD GR

SEQUENZER: Yamaha RM1x, Kawai Q-80, Samplitude ProX

AUFNAHME/ MIX: Magix Samplitude ProX2 Suite; Yamaha MD-8 (Live-Improvisationen); ZOOM H2N (Handyrecorder); Yamaha GO46 Mobile Audio Interface

SOFTWARE: Magix Samplitude ProX2 Suite (Sequenzer, Aufnahme); Steinberg Wavelab 6 (Mastering / Schnitt); NI Kontakt 5 (Sampler), NI FM7 (Synthesizer), NI Pro 52 (Synthesizer),
NI Absynth (Synthesizer), Kawai K1v (Synthesizer), Artifake Labs Redtron (virtuelles Mellotron); Magix Variverb Pro, fx_Reverb (Hall); Waves X-Noise, X-Hum (Rauschunterdrückung), R-Verb (Hall), Waves C1, C4, Lin MB (Multibandkompressor), Waves Q-10 (Equalizer), Waves Ultra Pitch Shift, UltraPitch 6-Voice, DeEsser, Waves Enigma (Modulationseffekte), Doppler, L2, S1-Imager, Morphoder (Vocoder); Antares Microphone Modeller, Tube (Röhreneffekt); PSP Master Q (Equalizer), PSP 84 (Echoeffekt); Steinberg Magneto (Bandsättigung); BBE D82 Sonic Maximizer (Exciter), Vandal (Samplitude, virueller Gitarrenverstärker + diverse Effekte)

EFFEKTE: Nobels ODR-1 (Overdrive-Pedal), TC Helicon Critical Mass (Gesangs-Effektpedal), Vermona Phaser 80 (Analoger Phaser aus den 70ern), Digitech GSP-2112 (Studio Guitar System), Boss Loop Station RC-2, Roland Cube 60, Kemper-Amp

MIKROPHONE: Shure SM58, Rode NT1 5th, AKG C1000S, Sennheiser MD 425, t-bone SC45, Zoom H2N (Außenaufnahmen)

WEITERE INSTRUMENTE: Roy Benson Querflöte FL 201B, Koreanischer Gong, Saxophon


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In diesem Interview mit Mario Höll vom September 2026 wird ausführlich über die Hintergründe des Projektes "Elixier" berichtet:


Klaus Spielvogel (K.S., Journalist)

Mario Höll (M.H., Gründer und kreativer Kopf von Balsamfieber)

K.S.: Von dem Musikprojekt Balsamfieber haben wir schon länger nichts mehr gehört, jedenfalls nichts Neues, woran lag´s?

M.H.: Da ich zum Glück (?!) nicht für das Musikgeschäft arbeiten muß und dazu Vieles alleine mache, also die Musikproduktion und die zugehörige Planung, Grafik und leztendliche Umsetzung eines fertigen Werkes, dauert das natürlich immer ein paar Jahre mehr als bei den Anderen, die dazu ihre Leute haben.
Diesmal war es auch noch ein Doppel-Album, welches umgesetzt werden wollte.

K.S.: Das Album "Ambient" war ja auch schon ein Doppelalbum, welches vor zwei Jahren erschien. Was hatte es damit auf sich?

M.H.: Ja, das war so: Ein paar Stücke waren schon für das jetzige Projekt (Elixier) rudimentär fertig. Da wurde ich von einem befreundeten Wissenschaftler gefragt, ob ich nicht für seine öffentlichen Präsentationen etwas Hintergrundmusik hätte. "Hintergrundmusik" fand ich immer etwas abwertend, in dem Sinne wie "da plätschert irgendwas, was Niemand bemerkt, was keine Aufmerksamkeit erregt und nicht stört (Fahrstuhlmusik?). Aber es gibt natürlich Ausnahmen (z.B. von Brian Eno). Derlei Überlegungen brachten mich dann auf die Idee, mal alles aus ca. 40 Jahren BF-Musik, was sich dazu eignet, zusammenzustellen. Da galt es also, mitunter nur wenige Minuten irgendwo rauszuschneiden, das dann neu zusammenzufügen und in die natürliche Tonart umzuwandeln, da ich dachte, das klingt so besser. Auch stellten Einige fest, daß sich die BF-Musik wenig für den Hintergrund eignet, insgesamt wohl etwas "fordernd" war. Das spornte mich aber um so mehr an, mal in eine andere Richtung zu arbeiten.

K.S.: Was ist eine "natürliche Tonart"?

M.H.: Alles, was im Universum schwingt (je nach Frequenz nehmen wir das als Licht, Farbe oder Töne wahr), läßt sich mathematisch auf die Frequenz 432 Hz zurückführen, das ist ein Naturgesetz. Zum Beispiel kann man Planetenbahnen hörbar machen, indem man die Frequenzen in den hörbaren Bereich runterrechnet. Man wird dann immer irgendwo auf die Frequenz A=432 stoßen. Der Kammerton A=440 Hz wurde ja in den 40iger Jahren staatlich-gesetzlich festgelegt. Gerade bei Ambient-Musik, also generell bei den ruhigeren Tönen, die nicht unbedingt in ein "Hitparadenformat" passen müssen, merkt man spätestens dann den Unterschied. Man bedenke: Der Kammerton A=440 Hz wurde sicher auch deshalb dahin transferiert, weil man wollte, daß die Hörer künstlich aufgereizt und animiert sein sollten, das jeweils aktuelle System zu fördern und mit entsprechender Euphorie in beständiger "Partylaune" zu halten, was viele Menschen schließlich nach zu VIEL davon, unzufrieden macht, obwohl sie nicht wissen, warum.
Es wurde später z.B. mal geprüft, wie Naturvölker singen, die sich ja nicht mit Frequenzmessungen beschäftigen; und man kam auch hier wieder auf diesen natürlichen Kammerton von 432 Hz!
Vor einigen Jahren habe ich ein Lied gemacht über ein Hornissenvolk (Anm. d. Red. "Für die Königin", zu hören auch auf dem aktuellen Album "Elixier"), wo ich das Summen von Hornissen verwendet habe. Da ich mal interessenhalber gemessen hatte, als die gerade ihre Temperatur im Nest reguliert hatten (die stehen dazu in der Luft), waren es übrigens genau 432 Hz!
Nun wurden natürlich auch etliche Musikalben schon seit den 70ern so aufgenommen - es ist nicht genau bekannt welche - aber man spürt es dann doch irgendwie, wenn man das an sich heranläßt, das also bewußt hört.
Das so entstandene BF-Doppel-Album "Ambient" (das ist also ein wirkliches Spezial-Produkt!) wird weiterhin ab und an aufgeführt, z.B. auch in diesem Jahr wieder. "Aufgeführt" heißt hier natürlich, daß es als "Ambiente" dient, z.B., um einen Ort dezent zu beschallen, also wirklich "nur" den Hintergrund. Dieser "interagiert" allerdings mit dem jeweiligen Ort, das ist also dann nur für Diejenigen wahrnehmbar, die das wirklich wollen.

K.S.: Ja, das ist interessant! Was gibt es also aber nun Neues in 2026 bei Balsamfieber?

M.H.: Zunächst einmal ist das Doppel-Album "Elixier" endlich nach etwa sechsjähriger Arbeit fertig. Diesmal war es wieder einmal nicht so ganz einfach gewesen.
In der Corona-Zeit hatte ich vor, ein paar Stücke für ein zweieinhalb-stündiges Konzert aus allem Material aus 40 Jahren BF-Musik (Anm. d. Red.: Big Fantasy, The BF, Balsamfieber etc.) zu destillieren und für Konzerte vorzubereiten. Dazu mußte ich, ohne daß ich die dazu nötigen Musiker hatte, zunächst alles per Synthesizer und Sequenzer (nebst Drumcomputer, Sampler etc.) einspielen, was mir auch Spaß machte.
Das war also allein MEINE Aufgabe. Früher hatte ich das schon mal so ähnlich begonnen, aber jetzt galt es, alles in Einzelspuren so zu realisieren, damit ich hernach herangehen könnte, um zu sehen - ob es je nach Konzert Musiker gibt - die dann die Synthesizer durch ihre jeweiligen Instrumente ersetzen können. Das mußte also sozusagen "modular" aufgebaut sein, so daß das je nach Möglichkeit in 2er-, 3er- oder gar einer größeren Besetzung funktioniert.
Und tatsächlich meldeten sich auf meine Online-Anzeige gleich mehrere Gitarristen und ein Produzent (der gleichzeitig Bassist, Gitarrist, Perkussionist, Sänger und mehr ist). Zeitgleich hatte auch der Bassist Matthias Kallenberger, mit dem ich schon früher zusammengearbeitet hatte, Lust, noch mal mitzumachen, auch hatte ich ihn dazu "angestupst". Seine Spezialität sind nämlich die Improvisationen, von denen es auch mehrere auf dem Album gibt. Somit waren wir plötzlich sechs Leute im Bunde!
Jetzt galt es natürlich für mich, aus der neuen Konstellation das Beste herauszuholen, zumal der Produzent und Multiinstrumentalist Michael Junghannß sagte: "Wir machen nicht nur Live-Vorlagen, sondern alles gleich richtig und mit allem, was technisch möglich ist!"
Das fand ich nun als neue Herausforderung sehr motivierend, zumal ich bisher nicht die Möglichkeit hatte, mit so vielen hochkarätigen Musikern zusammenzuarbeiten, sodaß ich kurzerhand das ganze Projekt als neues BF-Album umbaute.
Man merkt es dem Werk am Ende nicht an, daß es kein reguläres Studioalbum ist, bzw. aus 40 Jahren "geklaut" sein könnte.
Vielmehr ist es für alle, die von Balsamfieber (BF) noch nie gehört haben, DAS Referenzwerk überhaupt und zusätzlich ein Live-Album, es übersteigt alle bisherigen Alben klanglich und bildet quasi die Essenz aus allem, weil wir bisher nicht DIESE Möglichkeiten hatten.

K.S.: Das hört sich nach einem interessanten Projekt an!

M.H.: Ja, so war es auch, das Ganze zog sich dann also über sechs Jahre hin und brachte mich wirklich an meine Grenzen(!), da ich nämlich komplett umdenken mußte und Vieles ab jetzt ganz anders war als 39 Jahre zuvor.
Seit etlichen Jahren hatte ich fast gänzlich alleine gearbeitet. DER Vorteil dabei ist hier, daß niemand meckert, aber der Nachteil, daß man nach langer Arbeit sich alles leicht schönhört und eventuelle Fehler gar nicht mehr selber merkt, also etwas die Realität daran verliert.
Angefangen hatte das Projekt eigentlich mit dem Saxophonisten Frank Frai, mit dem ich zusammen für einen Liedermacher ein Video produzierte.
Ich fragte ihn, ob er nicht auch für mich mal etwas spielen könnte. Ich schickte ihm dann gleich alle 16 Stücke (!). Tatsächlich hat er zu denen dann in relativ kurzer Zeit sein Saxophon eingespielt. Jetzt hatten wir also 16 Stücke mit Elektronik, Gesang + Saxophon. Das klang Dank Frank Frai - der genau wußte, was ich mir vorstellte, ohne daß ich ihm das je sagen mußte - so spektakulär neuartig, daß ich das auf jeden Fall auf einer Platte haben wollte. Zumal er mit seinem Saxophon fast sämtliche Soloinstrumente ersetzen mußte, denn Gitarristen hatten wir damals ja noch nicht im Boot. Ich selbst spiele ja übrigens Gitarre nur Mithilfe von Studiotricks, live also höchstens mal ein paar Powerchords.

K.S.: Das wäre hier also Elektronik & Saxophon, sozusagen pur?

M.H.: Ja, das wäre es dann gewesen, wenn sich zwei Jahre später nicht der Produzent Michael Junghannß gemeldet hätte, der dann einige Stücke Co-produzierte und Gitarren, Bässe und Perkussion dazu einspielte. Vom seinem bisherigen Musikerleben konnte ich zudem noch sehr viel lernen. Aber ich mußte ihn auch immer mal bremsen, da sonst das Projekt in eine völlig andere Richtung gegangen wäre und ein neues Konzept mit etlichen weiteren Jahren Arbeit erforderlich gewesen wäre.
Ein Jahr später kam dann der Gitarrist Jan Rohden dazu, der hauptsächlich Akustische Gitarre und ein besonderes Instrument namens "Pedal-Steel" mitbrachte. Da waren wir nun also schon derer Sechs. Das Saxophon fand ich aber so genial und vor allem fern jeglicher Klischees, daß das unbedingt drin bleiben mußte; was bedeutete, daß die anderen Musiker sich danach unterordnen mußten bzw. interagieren bei ihren jeweiligen Soli.
Während nun also immer mehr Spuren online eintrafen, konnte ich endlich viele meiner synthetischen Grundlagen durch "echte" Instrumente ersetzen, außer das Schlagzeug, das mußte elektronisch bleiben, da sich auch nach jahrzehntelanger Suche kein Schlagzeuger für das Projekt fand. Da habe ich dann als letzte Konsequenz wirklich jeden einzelnen Schlag extra elektronisch bearbeitet. Da ich zudem zwischenzeitlich immer mal auf die Anderen warten mußte, hatte ich die Zeit z.B. dann auch für solche Feinarbeiten genutzt, die einen enormen Aufwand bedeuten, das ist, obwohl alles am Computer gemacht, Feinarbeit mit der Maus (inklusive "Maus-Arm").

K.S.: Das hört sich alles wirklich nach sehr viel Aufwand und etwas schmerzhaft an.

M.H.: Du sagst es! Ich dachte, die letzten Album-Produktionen von BF wären aufwendig gewesen, aber DAS hier wuchs zu einem gigantischen Aufwand mit der insgesamt bisher längsten Dauer-Arbeitszeit an. Diese Großproduktion und die unzähligen Stunden Studiozeit wären auf normalem Wege (Profi-Studio nebst einem Stab Musiker und Techniker) natürlich unbezahlbar für mich gewesen, zumal die Fäden aller über ganz Deutschland verteilten Musiker hier bei mir zusammenliefen.
Nun, da wir es also ein für alle Mal gleich richtig machen wollten (!), schälte sich schon früh ein Konzept heraus. Da kam mir plötzlich ein spektakulärer Fund zu Hilfe.

K.S.: Eine Art Elixier?

M.H.: Ja, bei einer Ausgrabung wegen Bauarbeiten vor Ort, fand ich neben Knochen, Tonscherben und einem seltsamen, verrosteten Mechanismus eine verschlossene Flasche, ein Viertel voll mit einer Flüssigkeit. Das Interessante dabei ist - daß die Flüssigkeit (riecht tatsächlich wie ein Elixier; Kampfer ist sicher auf jeden Fall mit drin) - die Flasche innen so verfärbt hat, daß darin eine Art "Miniaturuniversum" entstand.

Die Flasche lag gut verschlossen über hundert Jahre in der Erde und so konnten sich wohl diese farbenfrohen Strukturen bilden.
Da hatte ich also gleich den Titel, die optische Entsprechung und das Konzept; denn ohne Konzept habe ich noch nie gearbeitet.
Es entstanden nämlich von mir niemals einfach nur ein paar Lieder, sondern alles hängt immer mit allem zusammen und entwickelt sich über eine längere Zeit kontinuierlich weiter.
Es war dann leicht, die bereits feststehenden Stücke aus 40 Jahren BF-Musik in das neue Konzept zu integrieren.

K.S.: Das Ganze verstehst Du also tatsächlich als eine Art "Heilmittel"?

M.H.: Genau. "Balsamfieber" hatte ja schon immer den Anspruch, nicht wie die Meisten eine Art "Unterhaltungstanzmusik für Partys" zu machen, sondern zusätzlich eine Art "Heilmittel" zu sein, auch wenn das hier jetzt ein wenig größenwahnsinnig klingt! Wer sich aber jemals die Zeit nimmt, DAS zu hören, kann darin eintauchen, nebenbei wunderbare Miniaturuniversen in Ton und Bild entdecken und danach gestärkt daraus hervorgehen und das übrigens ganz ohne Drogen! Da diese Art "Musiktherapie" bei mir seit Jahrzehnten sehr gut funktioniert, möchte ich das gerne auch anderen Hörern empfehlen.
Ich dachte mir nun also, "DAS HIER oder niemals wird es je funktionieren!"
Damals 1987, als mich die Muse küßte, hatte ich von Anfang an die Idee, genau DAS zu machen, was die Anderen sich nicht trauen, weil sie Unmengen von Kompromissen (gesellschaftlich und wirtschaftlich) eingehen müssen.

K.S.: Welche Kompromisse meinst Du dabei genau und welche Erfahrungen hast Du damals gemacht?

M.H.: Musiker, die von ihrer Musik leben, müssen sich an die Regeln halten, die die Musikindustrie vorgibt, es ist schließlich ihr Beruf und alle unterstehen Jemandem. Musiker und Produzenten stehen dann natürlich unter dem ständigen Zwang, "hitparadentauglich" bzw. irgendwie "verkäuflich" zu sein. Sie dürfen etwa ihre Lieder nicht über vier Minuten machen, müssen den ersten Refrain spätestens nach 20 Sekunden bringen, sie brauchen ein werbewirksames Video mit möglichst hübschen Mädels oder Jungs darin und für ihre Platte möglichst viele Sponsoren. Verkaufen tun sie allerdings heutzutage sowieso nur wenig davon, es sei denn, sie touren das ganze Jahr hindurch rund um die Welt und verkaufen dabei ein paar Platten bei ihren Konzerten, Ausnahmen sind natürlich die gemachten "Superstars". Der Rest kann zudem ohne einen berühmten Namen nur schwer von Musik und Kunst überleben.

K.S.: Man könnte denken, daß DU das alles nicht brauchst für Deine Umsetzung?

M.H.: Sagen wir, ich hatte NIE eine echte Chance, so etwas erreichen zu können, weil ich immer die "falsche" Musik gemacht habe, als Solist über nur wenig Charisma verfüge, also keine "Rampensau" bin und lieber im Hintergrund die wichtigen Dinge realisiere, die nötig sind, um ein Album zu produzieren.
Heutzutage wäre das "Star-Sein" mit solch einem durchgeplanten Konzept noch schwieriger, gerade also für DIEJENIGEN, die das beruflich machen wollen. "Beruf" ist also hier nicht gleich "Berufung".

K.S.: Also DU machst das nur aus Berufung?

M.H.: Natürlich, und nur DADURCH ist zumindest in meiner Musik alles erlaubt: Etwa halbstündige Stücke, freie Improvisationen und Songs mit unkonventionellem Aufbau, Arrangements mit speziell erarbeiteten Klängen, gefunden nach langer Suche oder langwierigem Programmieren von seltenen Synthesizern und verrückten Aufnahmemethoden etwa.

K.S.: Ich merke, Du steckst da eine Unmenge Energie rein.

M.H.: Das ist ein weiteres Thema, da wird es nun etwas "philosophisch": Ich mache das wie gesagt nicht wegen dem Geld, sondern wegen der SACHE! Mit Musik Geld verdienen, da hatte ich schon im Gründungsjahr unseres Duos "Big Fantasy" 1987 sehr wenig Hoffnung:
Wir als Schöpfer von "Experimentalmusik", hätten zunächst einmal eine große Menge Geld gebraucht (wir befanden uns ja damals außerdem in der tiefsten DDR-Zeit, mitten im Berufsleben als Schlosser und ohne nötiges Hochschulstudium, ohne dieses wir übrigens nie hätten legal öffentlich auftreten dürfen!). Um die Technik dazu und das Wissen zu erwerben, wenn man eine Platte aufnehmen wollte, geschweige denn dann eine live-taugliche Band zu etablieren - auch die hätte man wohlgemerkt bezahlen müssen - es sei denn, es fänden sich mindestens vier absolut Gleichgesinnte, die genau DAS wollen und KÖNNEN, um eine Band zu bilden; hätten wir etliche Jahre gebraucht, ohne überhaupt etwas Fertiges produzieren zu können.
Als arme Ossi-Schlosser (wir beide, Mario Hassard und ich, trafen uns 1987 in der Ausbildung zum Schlosser), hatten wir nur die Möglichkeit, zu improvisieren (was wir zum Glück im sozialistischen Betrieb während der Arbeit gelernt hatten). So haben wir also dann mit Pappeimer-Schlagzeug und Kassettenrekordern musiziert und wir konnten z.B. sogar ein Klavier auf Kassette aufnehmen, da wir uns natürlich keine "echten" Instrumente leisten konnten. Die Badewanne mit Gummiseil ergab alternativ z.B. einen prima Baß oder der nötige Studio-Hall wurde durch möglichst viele Kochtöpfe im Waschhaus erzeugt. Der Gesamtsound entstand letztlich im Kassettenrekorder mit seinen eingebauten Billig-Mikrophonen. Das klang zumindest revolutionär neuartig!
So entstand im Laufe der Jahrzehnte durch viele Experimente tatsächlich ein ganz eigenes Miniatur-Klang-Universum, selbstverständlich ohne alle Regeln, die uns aber bekannt sein sollten, weil wir uns natürlich eine Ausbildung als Musiker AUCH nicht leisten konnten und die nötige Zeit dazu hätten wir sowieso nicht gehabt, denn neben unserem Hauptberuf ging es zunächst nur darum, eine Platte zu produzieren (in Wirklichkeit tatsächlich ZWEI Kassetten)! Man bedenke den Wahnsinn: Zwei Betriebs-Schlosser ohne jegliche musikalische Kenntnisse und ohne echte Instrumente, nur mit zwei Kassettenrekordern aus dem Jugendweihegeld bewaffnet, nehmen eine einzigartige und weltweit beachtete Langspielplatte auf (Big Fantasy "Meditations", 1988).

K.S.: Logischerweise klingt das natürlich wiederum absolut nicht allzu hitparadentauglich?!

M.H.: Erst im Laufe der Jahre haben wir dann begriffen, daß es SO GANZ ohne Regeln aber auch KEINE Musik ergibt, die sich jemand freiwillig anhören würde, außer natürlich die STASI.
Einige der Experimente mußten unserer Meinung nach aber schließlich drinbleiben, nebst ein paar systemkritischen Texten, damit da am Ende etwas Besonderes und Unverwechselbares daraus wird.
Und da komme ich hier noch genauer auf die ENERGIE zu sprechen: Albert Einstein sprach einst ja davon, daß Energie nicht verlorengehen kann. Da stellt sich natürlich die Frage, WO da in der Musik die Energie ist, die wir da reingesteckt haben und das war übrigens nicht eben wenig?! Hoffentlich verpufft sie nicht als pure Wärme und fördert noch den Treibhauseffekt? Nein - ich glaube wirklich - sie steckt in der Musik drin und kann vom Hörer nach Bedarf abgerufen werden! So habe ich mir das jedenfalls gedacht, besonders hier bei unserem Werk "Elixier", welches gleichzeitig ein Konzert UND auch noch eine Therapie darstellen soll.

K.S.: Das wäre wirklich insgesamt eine schöne Sache und man hätte auch noch das Gefühl, daß der ganze Aufwand nicht ganz umsonst war. Gibt es übrigens auch noch "systemkritische Texte" dabei und was sagte eigentlich die STASI dazu?

M.H.: Systemkritische Themen finden so offiziell nicht mehr statt, außerhalb der Themen, die man zum Nachdenken benutzen KANN aber nicht MUSS. Über die Jahre wollte ich so eine Art "zeitlose Musik" erschaffen und ich fand es dann unangemessen, AKTUELLE Themen so direkt anzusprechen, denn man muß ja bedenken, daß sich alle paar Jahre politische Themen derart ändern, so daß sie entweder völlig konträr sind oder aber veraltet, so daß gerade jüngere Hörer gar nicht mehr wissen, worum es hier eigentlich geht. Es ist dann veraltet, spielt keine Rolle mehr, die Namen der aktuellen Herrscher werden vergessen, alles ist wieder NEU und ANDERS. Deshalb sind mir in meiner Musik immer Themen wichtig, die hoffentlich auch noch in Jahrzehnten interessant bleiben. Das sollte auch für die Klänge gelten, wobei das aber nicht so einfach ist, es sei denn man hätte KEINERLEI Einflüsse, weil man auf einer einsamen Insel geboren wurde.
UMSONST wäre die Aufnahme neuer BF-Musik meiner Meinung nach also SO oder SO nicht. Der Aufwand ist niemals umsonst, weil, es gibt ja außerdem noch den Aspekt der Weiterentwicklung der Musik und die nicht unwichtige Improvisation ist zudem zusätzlich weiterhin am Werk.
Was die STASI betrifft: Offensichtlich waren wir "Musik-Schlosser" für die dermaßen uninteressant, daß sie uns nicht mal eine Akte widmeten (ich fand das fast schon enttäuschend). Aber andererseits: Gut, daß sie uns in Ruhe ließen, um im Untergrund unser Debüt-Album produzieren zu können.

K.S.: Erzähle mal mehr über Eure Praktiken der Musikproduktion.

M.H.: Improvisation gab es von Anfang an bei BF, nur wußten wir früher nicht, daß es auch DA ein paar nützliche Regeln gibt. Die lernten wir dann von Ax Struck, mit dem wir einige Jahre zusammenarbeiteten. Der hatte uns, bevor er uns im Internet entdeckte, schon 20 Jahre eigene Forschung voraus. Bevor er letztes Jahr im Mai verstarb, gab er mir noch einige Vorlagen mit, die sich lohnen, sie noch weiterzuentwickeln. Seit 2002 fließen immer mal einige seiner Ideen in unsere Musik mit ein, außerdem FANDEN wir uns, weil wir gleiche Inhalte (geistige und musikalische) hatten.
Zum Thema Improvisation habe ich erstmals bei dem aktuellen Werk etwas ganz Besonderes umgesetzt: Da die sieben Musiker, die an dem Werk "Elixier" mitwirkten also über ganz Deutschland verstreut sind, gab es nur wenige Treffen hier vor Ort. Etliche der Aufnahmen fanden deshalb außer den Treffen vor Ort, in den Studios der Beteiligten statt, der eigentliche Austausch erfolgte dann über das Internet.
Bei einer Improvisation ging ich deshalb z.B. folgendermaßen vor: Zuerst spielte ich mit zwei Synthesizern eine freie Improvisation. Dann gab ich die dem Saxophonisten Frank Frai mit der Bitte, meine Aufnahme vorher nicht anzuhören, sondern quasi live dazu etwas einzuspielen. Da war ich dann wirklich verblüfft, wie er das in eine völlig andere Richtung lenkte, so daß ich meine Aufnahme - die ihm ja zuvor nur als Vorlage diente - anpaßte, nämlich indem ich die vielen virtuellen Regler im Bruchteilsekundenbereich programmiertechnisch hoch- und runter schob (Hüllkurven genannt) und meine ursprünglichen Einspielungen dann dabei sehr zurücknahm.
Nun diente diese NEUE Vorlage dem Bassisten Matthias Kallenberger und am Schluß dem Gitarristen Jan Rohden - wieder mit der Bitte, das vorher nicht anzuhören - als Vorlage für IHRE Improvisationen.
Ich nenne das hier also "Geführte Improvisation". Ich glaube nicht, daß das schon mal jemand SO gemacht hat.

K.S.: Natürlich muß ich hier auch mal fragen, was es mit den doch recht speziellen Titeln in mehreren Sprachen auf sich hat, bzw. gibt es da "geheime Botschaften" in den Texten, außer den politischen, die ja, wie Du sagst nicht drin wären?

M.H.: Geheime Botschaften gibt es nicht. Alle Texte entstehen auch hier in einem langwierigen Prozeß. Früher in den 80igern war es ja uncool, Deutsch zu singen, das konnten sich nur ganz wenige Stars leisten, nämlich weil die schon berühmt waren. Wir versuchten es zunächst mit einem Wörterbuch. Da kamen dann recht interessante Texte raus, die aber weder ein Engländer noch ein Deutscher je verstehen konnte, weil wir natürlich keine Grammatik konnten!). Dann holten wir uns Hilfe, die aber meist keine ECHTE Hilfe war, denn die selbsternannten Übersetzer GLAUBTEN nur, Englisch wirklich zu können! Irgendwann hatte ich nicht mehr die Lust noch die Zeit, Englisch richtig zu lernen (ich meine RICHTIG, nämlich daß z.B. auch die Metaphern - von denen es bei uns nicht eben wenige gibt - für ALLE verständlich sind).
Das Koreanische hat sich viel später ergeben durch unsere Sängerin Jin Mi Jeong - die wäh-rend der Jahre bei BF sich auf meine Empfehlung hin - etwas mit Gesang beschäftigt hat, obwohl auch sie keine ausgebildete Sängerin ist.
Ich selbst habe um die Jahrtausendwende beschlossen nur noch in meiner Muttersprache zu singen, nicht nur, weil ich mir das Geld für die Übersetzter sparen wollte, sondern vielmehr habe ich erkannt, daß es selbst in der Muttersprache nicht leicht ist, etwas ohne "Schlagerattitüte" auszudrücken. Dazu hatte ich dann einige Inspirationen.
Was die Inhalte der Texte betrifft, da habe ich mir selbst das Ziel gesteckt, niemals meine Hörer derart zu bevormunden oder in irgendeiner Art zu belehren. Alles, was hier jemals zur Sprache kommt, ist immer für ALLE frei, interpretiert zu werden, wie das JEDER Hörer will. Allenfalls möchte ich gerne zum Nachdenken anregen, was aber auch kein Zwang ist! Es gibt ja auch Leute, die nur unterhalten werden wollen und auch DIE sind herzlich willkommen. Es ist mir natürlich bewußt, daß auch DAS immer politisiert oder anderweitig mißbraucht werden kann. Nun, da habe ich aber wenig Bedenken, da die BF-Musik sicher immer eine Art "Nischenprodukt" bleiben wird. Nicht, daß ich das unbedingt so wollte, aber sie paßt nun mal nicht derart in die Welt, ohne die vorher genannten Kompromisse einzugehen.

K.S.: Man könnte also sagen, daß Du versucht hast, sprichwörtlich "Aus der Not eine Tugend zu machen"?

M.H.: Stimmt, das ist nur eine Facette aus vielen, wo gerade DESHALB Neues entsteht, wenn man keine vorgegebenen Strukturen verwendet (die sind ja leicht aus den Computer-Programmen von heute einfach einzusetzen und weil das so VIELE tun, klingt es dann auch irgendwie GEWÖHNLICH, vor allem aber austauschbar). Benutzt man die Vorlagen absichtlich NICHT, ist man gezwungen, sein eigenes Gehirn zu benutzen und vor allem wie ein Schlosser in der DDR zu improvisieren, damit die scheinbar hoffnungslos kaputte Maschine wieder läuft. (Da kam es damals z.B. vor, daß die alten Kollegen auf eine Welle, die völlig abgenutzt war, neuen Stahl aufschweißten, dann abdrehten und daraus eine neue Welle schufen, weil es eben DIESE Welle nicht zu kaufen gab).

K.S.: Auf Eurem neuen Gruppenbild hier seid ihr übrigens derer Sieben.

M.H.: Ja, eigentlich sind wir die "Glorreichen Sieben der sterbenden Musiklandschaft"! Johann Eichenseer, der Gitarrist, kam noch kurz vor Schluß dazu, weil ich gerade versuchte herauszufinden, wer bei meinem Mentor Ax Struck damals musikalisch mitgewirkt hat. Wir versuchen nämlich gerade sein Werk ebenfalls mit einem Doppelalbum zu dokumentieren. Den Johann habe ich dann einfach gefragt, ob er nochmal mit seinem früheren Mitmusiker zusammen spielen würde. Er wußte zunächst gar nicht von seinem Tod und daß es unvollendete Stücke von ihm gibt.
Da es aber Jahre zuvor eine Art "Fusion" mit BF gab, habe ich auch bei dem aktuellen Projekt wieder ein paar Sequenzen und ein Stück von Ax Struck, das wir zusammen live mehrmals spielten - von welchem es aber noch keine richtige Studioaufnahme gibt - eingebaut. Johann hat dann auch das einzige Problemstück auf dem Album gerettet und noch ein paar Gitarrenaufnahmen für andere Stücke gemacht. Da sein Gitarrenstil sich sehr von den beiden anderen Gitarristen unterscheidet, bat ich ihn, nun noch etwas mehr für unser Album zu spielen.

K.S.: Gab es da Regelungen zwischen Ax und BF in Form einer Art "Nachlaß"?

M.H.: Ax Struck hatte mir schon vor Jahren Material in Form von MIDI-Sequenzen zur Verfügung gestellt (programmiert auf seinem Sequenzer Yamaha RM1x), die ich jederzeit zu fertigen Songs weiterentwickeln darf. Das habe ich seit 2010 auch bei jedem Album von Balsamfieber getan. Es gibt da immer mal ein oder zwei Stücke aus diesem Fundus. Schade, daß er gerade unser gemeinsames Paradestück "Prisoner" in seiner finalen Fassung nicht mehr hören konnte.
Seine Angehörigen wollen nun also das von mir empfohlene Doppel-Album umsetzen. Das fände ich wirklich wichtig, da es endlich alle relevanten Stücke in sehr guter Qualität bieten würde.

K.S.: Wie wird es nun aber bei Balsamfieber weitergehen?

M.H.: Wir sind gerade mit dem "Elixier-Projekt" (zweieinhalb Stunden Konzert) startklar mit genügend Material, daß wir live umsetzen können, Dank des "modularen" Konzeptes, siehe oben, um die verschieden aufgebauten Besetzungen auf die Bühne bringen zu können. Wie fast immer in unserer fast 40 jährigen Geschichte, ist ein Veranstalter dazu wichtig, der für den nötigen Rahmen sorgt. Normalerweise machen so etwas natürlich die dazu nötige Plattenfirma und ihr Manager. Auf die beiden hoffen wir im Moment noch. Und wir wollen auch hoffen, daß wir mit unseren (insgesamt) 425 Jahren Lebenserfahrung da ein wenig Unterstützung bekommen, um nicht auch noch das komplette Management selbst machen zu müssen, denn darunter würde dann die Musik leiden. Notfalls würde dann nämlich fast keiner mehr unsere neue Musik hören können, da wir alle zu alt sind, um die noch rauszubringen.
NEUE Musik ist natürlich immer geplant. Dazu gibt es z.B. schon ein fertiges Konzept aus meiner Feder. WER dabei sein wird und wie lange es dauern wird, darüber sage ich lieber nichts. Übrigens ist das Elixier absolut zeitlos!

K.S.: Vor noch nicht zu langer Zeit gab es Euch ja erstmals auch auf einem Festival zu hören und zu sehen, wie lief es da z.B.?

M.H.: Das war interessant! Ich war bei einem benachbarten Festival in der Nähe, um neue Inspirationen zu finden, als ich ein Plakat für ein ANDERES Festival sah, welches das erste seiner Art sein sollte. Wieder zu Hause, bewarb ich mich gleich per E-Mail und bekam schon einen Tag darauf - es war ein Sonntag - einen Anruf vom Veranstalter, ob ich nicht bei ihm auftreten will.
Da ich gerade das BF-Album "Ambient" fertig hatte, welches ab sofort als Bewerbung diente, dachte ich zunächst daran, das als eine Art Installation aufzuführen. Der Veranstalter wollte aber Live-Musik (auch irgendwie logisch!). Da mußte ich aber erst mal um etwas Zeit bitten, da ich ja noch keine Live-Band parat hatte. Nach einer Umfrage sagten aber Frank Frai am Saxophon, Matthias Kallenberger am Baß, Jan Rohden an der Gitarre, Jin Mi Jeong am Gesang und ich an den Tasten zu, und wir mußten recht schnell ein Programm aufstellen. Für aufwendige Proben war allerdings nicht mehr genug Zeit und so gab es von uns anderthalb Stunden Improvisation und nur wenige Songs darin, Dinge, in denen wir über die Jahrzehnte allerdings recht geübt waren.
Da standen wir also am hellichten Tag unter einem Zelt und spielten unser erstes Festival. Immerhin hat das thematisch prima zum "Innerlight-Festival" gepaßt, denn das Publikum begab sich nach den wichtigen Tanzeinlagen etwas ermüdet - bei uns dann auf der Wiese liegend - auf eine Art Klangreise zwischen Kosmos und Ozean.

K.S.: Wird es denn bald mehr davon geben irgendwann?

M.H.: Also wegen mir gerne! Nun haben wir ja Dank des Elixier-Projektes viel mehr Möglichkeiten, d.h., wir können je nach Örtlichkeit und Art des Publikums wählen zwischen Ambient, Songs, Experimenten und Improvisationen. Mir persönlich wäre immer eine ausgewogene Mischung aus ALLDEM angenehm. Auch für die optische Seite wäre stets gesorgt, denn wir hätten für etwa die Hälfte der Show - sicher will auch der Lichtmann noch etwas zu tun haben - Videos aus ca. 20 Jahren parat!
Das WIE obliegt allerdings immer den Möglichkeiten des jeweiligen Veranstalters. Eine Band mit Namen "Balsamfieber" gibt es in dem Sinne übrigens für die Live-Projekte nicht direkt, aber wie man sieht, gibt es Mitmusiker die sich dann ggf. finden werden dafür.

K.S.: Wie geht es dann mit Balsamfieber mit dem hauptsächlich bekannten Studio-Projekt weiter?

M.H.: Zunächst wie immer mit einem neuen Themen-Album. Die Grundlage dafür ist bereits seit einigen Jahren gelegt. BF ist ja seit fast 40 Jahren eigentlich schon immer hauptsächlich ein Studioprojekt gewesen, keine BAND im dem Sinne - obwohl ich das sehr gerne gewollt hätte! Hier in einer "finsteren Provinz im Osten des Landes" war das ohne Umzug und Neuorientierung sicher nicht anders möglich gewesen, außerhalb der Corona-Zeit. Also machte ich aus der Not eine Tugend und quasi dadurch etwas völlig NEUES daraus.
Da lag also die Priorität schon immer darin, NEUE Musik zu erschaffen. So soll es auch noch möglichst lange weitergehen! Das Projekt "Elixier" ist übrigens kein reguläres Studioalbum im eigentlichen Sinne. Ein SOLCHES ist aber wieder in Planung, das wäre dann das 13. seiner Art. Mehr kann ich dazu aber noch nicht verraten, da das ja erst am Anfang steht.
Zuvor wird es aber Musik für einen Expeditionsfilm, der in Sibirien spielt, geben, darum wurde ich nämlich gebeten. Danach geht es also erst mit dem neuen Projekt weiter.
Zwischendurch produziere ich natürlich wieder ein paar Videos, denn ich weiß, daß viele Menschen heutzutage kaum die Konzentration haben, eine Stunde stillzuhalten um Musik zu hören. Das ist ein Dilemma, weil Konzerte oder auch aufgezeichnete Musik unter dieser Stunde nicht mehr als Gesamtkunstwerk wahrgenommen werden können (Thema: Reizüberflutung durch soziale Medien, wie etwa Whats-App). Damit sieht es z.B. selbst um die Klassiker wie Bach, Beethoven, Mozart und viele andere Komponisten schlecht aus (es wäre sozusagen ihr zweiter Tod!), denn sie machten meist zusammenhängende Werke von ca. 40 Minuten (die passen übrigens auf eine Schallplatte). Was die Auftritte anbelangt, da kann ich nur auf die Zusammenarbeit mit den Leuten hoffen, die so was können und wollen. Bitte meldet Euch einfach!

K.S.: Wäre eine LP (Langspielplatte in Form von Vinyl) für Euch dann nicht mal eine Alternative?

M.H.: Ich würde es sehr gerne machen! Aber da kommen wir dann immer wieder zu dem Punkt, wo ich leider sagen muß, daß das dann doch eine Plattenfirma übernehmen müßte, denn die Produktion und der sich anschließende Vertrieb letztlich ist finanziell im Alleingang nicht machbar, das kommt für mich ohne Sponsoren also nicht in Frage!
Beim aktuellen Projekt "Elixier" stand ich vor der Frage: Mache ich bis zur letzten Konsequenz alles selbst (wie z.B. beim letzten Studio-Album "Voces"?
Da "Elixier" aber nun doch die aufwendigste Produktion aller Zeiten für BF wurde, meinte ich, am Ende noch DEN Klangmeister fragen zu müssen, der schon zwei Alben für BF klanglich gigantisch erhoben hat, nämlich Eroc (Mitgründer von Grobschnitt, Mastering-Meister für viele Weltklasse-Alben von A-Z und Solokünstler von Hits wie z.B. "Wolkenreise"). Unter anderem produzierte er die besten Alben eines meiner Helden aus den frühen 90igern - Philip Boa - und natürlich viele Weltklasse-Alben aus den 80igern und viel mehr noch aus den 70igern. Diese Alben hört man deutlich heraus, sie klingen absolut transparent und druckvoll, da hört man Details heraus, die man glaubte, daß die da gar nicht drin wären. Man kann quasi sich selbst heraussuchen, welches Instrument man HEUTE genauer hören will. Dadurch kann man eine Platte jedesmal NEU hören. Das macht jede Platte zu einem einzigartigen Hörerlebnis und das ist genau DAS, was ich immer wollte! Ohne diesen berühmten Klangmeister mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung wäre das aktuelle BF-Werk SO definitiv nicht möglich und sinnvoll gewesen!
Zu guter Letzt fragte ich auch den Mitbegründer von BF Mario Hassard, ob er nicht außerhalb seiner Kompositionen auf dem Werk nicht noch einige kleinere Gesangsbeiträge beitragen möchte. Das tat er dann auch und er lieh zudem seine Stimme einer seiner Kompositionen. Damit wären wir eigentlich bei 10 Mitwirkenden!

K.S.: Das bringt mich natürlich zu der nicht unwichtigen Frage, wie Du das doch beachtliche Werk unter die wenigen Musikhörer bringen willst, die es dafür scheinbar noch gibt?

M.H.: Da sprichst Du DEN wunden Punkt überhaupt an, aber den WICHTIGSTEN eigentlich! Letztlich sind wir Künstler alle abhängig von dem System, welches es uns erst ermöglicht, die "Darstellung der Welt" zu beschreiben. Die Aufgabe DAS zu tun, ist die Aufgabe des Künstlers, das finde ich jedenfalls.
Dies und Ähnliches hat übrigens der Regisseur Andreji Tarkowskji einst treffend so ausgedrückt: "Das Wesen der Sache liegt darin, daß wir in einer Welt der Vorstellungen leben, die wir selber schaffen. Wir hängen von deren Unvollkommenheiten ab, aber wir könnten natürlich auch von ihren Vorzügen und Werten abhängen. Und zu guter Letzt im Vertrauen: Die Menschheit hat außer dem künstlerischen Bild nichts uneigennützig erfunden, und vielleicht besteht tatsächlich der Sinn der menschlichen Existenz in der Erschaffung von Werken der Kunst, im künstlerischen Akt, der zweckfrei und uneigennützig ist. Vielleicht zeigt sich gerade darin, daß wir nach Gottes Ebenbild erschaffen wurden."
Das MATERIAL ist also reichhaltig vorhanden und DER, der danach sucht, wird es zu gegebener Zeit finden!
Das bringt auch die Sache wieder auf den Punkt, bei dem es letztlich immer darum geht, nämlich, ob ich das mache, um zu überleben (es ist sicher schön, einen Beruf zu haben, der auch noch Freude macht!). Außer mir gibt es aber sicher noch andere Menschen, die vielleicht NICHT das Geld haben, für Luxus (zu dem zählt heutzutage alles, was man als "Kunst" bezeichnen mag). Und an DIESE Menschen wende ich mich explizit.

K.S.: Das sind sicherlich Gedanken, die bis zum Kern vordringen. Kannst Du das noch etwas näher erläutern?

M.H.: Nur kurz noch: Im Prinzip läuft für mich alles darauf hin, daß, wenn die Menschheit Teil einer Art Schöpfung ist und wir sozusagen mit der Fähigkeit ausgestattet wurden, mit unseren Möglichkeiten schöpferisch tätig zu sein, dann wäre das ja ein ganz NATÜRLICHER Akt, der in unseren Genen liegt und Kreativität (das steckt ja schon in dem Wort!) für JEDERMANN etwas sein sollte, das die Menschheit generell voranbringen würde. Denn wozu haben wir DIESE Gedanken und WARUM denken wir so viel über SOETWAS nach, wenn es nicht einen Nutzen außerhalb des Kommerzes und des Überlebenskampfes gäbe? Das wiederum schließt den Kreis mit der erweiterten Frage: "WO ist die Energie, die wir schaffen und WOZU dient das Alles überhaupt?"

K.S.: Darüber sollte sicher Jeder einmal nachdenken!
Ich bedanke mich für das ausführliche Interview! Es gäbe noch viel zu reden über ähnlich spannende Themen. Gerne wollen wir das Gespräch in Zukunft noch fortsetzen. Für heute wollen wir unsere Leser aber nicht zu sehr überfordern. bzw. den Rahmen sprengen. Wir planen also einen weiteren Teil an dieser Stelle.

M.H.: Ich danke auch Dir, es freut mich, einmal ausführlich über solche Themen sprechen zu dürfen, schließlich gibt es dazu nur wenig Gelegenheiten. Gerne tue ich das jederzeit wieder

***


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